Verfahren · Ziel: Gewicht

Schlauchmagen

Der Magen wird längs durchtrennt und zu einem schmalen Schlauch verkleinert; etwa drei Viertel des Magens werden entfernt. Der Weg der Nahrung durch den Darm bleibt unverändert — das unterscheidet dieses Verfahren von allen Bypass-Operationen.

Warum es wirkt

Zwei Mechanismen, und der zweite ist der wichtigere. Erstens fasst der verbliebene Magen deutlich weniger — Portionen werden kleiner, weil sie nicht mehr hineinpassen.

Zweitens sitzt im entfernten Magenanteil, dem Fundus, ein Großteil der Zellen, die Ghrelin bilden. Ghrelin ist das Hormon, das Hunger signalisiert. Nach der Operation verändert sich deshalb nicht nur das Fassungsvermögen, sondern das Hungergefühl selbst. Genau das erklärt, warum eine reine Magenverkleinerung ohne diesen Anteil weniger wirksam wäre.

Auf den Blutzucker wirkt der Schlauchmagen überwiegend indirekt, über die Gewichtsabnahme. Er ist damit ein Adipositas-Eingriff, kein metabolischer im engeren Sinne.

Wofür er gedacht ist

  • Adipositas ohne im Vordergrund stehende Stoffwechselerkrankung
  • Wenn ein technisch einfacherer Eingriff mit kürzerer Operationszeit gewünscht ist
  • Als erster Schritt bei sehr hohem BMI, wenn ein größerer Eingriff zunächst zu riskant wäre
  • Wenn der Zugang zum Zwölffingerdarm für spätere Endoskopien erhalten bleiben soll

Was dagegen spricht

  • Ausgeprägter Reflux. Der Schlauchmagen kann Sodbrennen verstärken. Besteht bereits eine Refluxkrankheit oder eine größere Hiatushernie, ist häufig der Bypass die bessere Wahl.
  • Barrett-Ösophagus. Gilt in der Regel als Ausschlussgrund.
  • Erwartung, dass sich ein langjähriger Diabetes zuverlässig zurückbildet. Dafür ist dieses Verfahren nicht konstruiert.

Was danach kommt

Aufenthalt in Istanbul
in der Regel 5–7 Tage
davon 2–3 Tage stationär
Ernährungsaufbau
flüssig → püriert → weich → fest
über etwa 4–6 Wochen, nach schriftlichem Plan
Substitution
Multivitamin, B12, Eisen, Vitamin D
nach Laborbefund, dauerhaft kontrolliert
Nicht rückgängig zu machen
der entfernte Magenanteil
eine Umwandlung in einen Bypass ist später möglich, eine Rückkehr zum Ausgangszustand nicht

Die schwerwiegendste frühe Komplikation ist eine Undichtigkeit der Klammernahtreihe. Sie tritt selten auf, meist in den ersten Tagen, und braucht dann sofortige Behandlung. Das ist einer der Gründe, warum der Rückflug nicht zu knapp geplant werden sollte — und warum Sie wissen müssen, an wen Sie sich nach der Rückkehr wenden.