Entscheidung

Komme ich infrage?

Eine ehrliche Antwort auf diese Frage braucht Zahlen und eine Untersuchung. Was diese Seite leisten kann: Ihnen zeigen, an welchen Kriterien sich die Beurteilung orientiert — damit Sie einschätzen können, wo Sie ungefähr stehen, bevor Sie jemanden fragen.

Die üblichen Schwellen

In Deutschland, Österreich und der Schweiz orientiert sich die Beurteilung an Fachgesellschafts-Leitlinien. Grob zusammengefasst gelten diese Größenordnungen:

AusgangslageEinordnung
BMI ab 40Operation kommt in Betracht, auch ohne Begleiterkrankung
BMI ab 35 mit BegleiterkrankungOperation kommt in Betracht — etwa bei Typ-2-Diabetes, Schlafapnoe, Bluthochdruck, Gelenkschäden
BMI 30–35 mit Typ-2-Diabetesmetabolische Chirurgie wird diskutiert; die Beurteilung ist individueller und stützt sich stark auf die Stoffwechselwerte
BMI unter 30in aller Regel keine Operationsindikation

Diese Zahlen sind Orientierungsgrößen, keine Zusage. Die Leitlinien werden fortgeschrieben, und die Beurteilung im Einzelfall weicht regelmäßig davon ab — in beide Richtungen. Lassen Sie Ihren Fall von einer Ärztin in Ihrem Land einordnen; eine Operation im Ausland ändert nichts an der Frage, ob sie medizinisch sinnvoll ist.

Welche Unterlagen gebraucht werden

Immer

  • Größe und aktuelles Gewicht, höchstes bisheriges Gewicht
  • Blutbild, Leber- und Nierenwerte, Schilddrüse
  • Liste aller Medikamente, mit Dosierung
  • Vorerkrankungen und frühere Operationen
  • Bisherige Abnehmversuche: was, wie lange, mit welchem Ergebnis

Bei Diabetes zusätzlich

  • HbA1c, möglichst auch die Werte der letzten Jahre
  • C-Peptid — Maß der eigenen Insulinproduktion
  • Antikörperstatus (GAD, IA-2) zum Ausschluss eines Typ-1-Diabetes
  • Seit wann der Diabetes besteht und womit er behandelt wurde

Vor Ort in Istanbul

  • Gastroskopie — sie entscheidet häufig über das Verfahren
  • Ultraschall des Oberbauchs
  • Narkosevorbereitung, bei Bedarf Kardiologie und Schlafmedizin

Was gegen eine Operation spricht

  • Unbehandelte psychische Erkrankung oder eine akute Essstörung. Beides gehört vorher behandelt — nicht, weil man Ihnen etwas verweigern will, sondern weil eine Operation die zugrunde liegende Situation nicht verbessert und sie verschlechtern kann.
  • Aktive Alkohol- oder Medikamentenabhängigkeit. Nach Bypass-Verfahren wirkt Alkohol schneller und stärker; das Risiko steigt.
  • Schwangerschaft oder ein konkreter Kinderwunsch in den nächsten zwölf bis achtzehn Monaten. Nach einer Operation sollte die Phase starker Gewichtsabnahme abgewartet werden.
  • Keine gesicherte Nachsorge. Wenn nicht geklärt ist, wer nach der Rückkehr die Laborkontrollen macht und die Diabetesmedikation anpasst, fehlt eine Voraussetzung — und zwar eine, die genauso zählt wie der BMI.
  • Unrealistische Erwartung. Wer eine bestimmte Kilozahl bis zu einem bestimmten Datum erwartet, wird enttäuscht werden. Eine Operation ändert die Bedingungen, unter denen Sie abnehmen — sie nimmt nicht für Sie ab.

Die Antwort kann auch Nein lauten

Und das ist der häufigere Ausgang, als man denkt. Wenn die Unterlagen gegen einen Eingriff sprechen, sagen wir das — eine abgesagte Reise ist billiger als eine Operation, die nicht hätte stattfinden sollen.

Unterlagen prüfen lassen