Verfahren · Ziel: Gewicht und Diabetes
Transit-Bipartition
Ein Schlauchmagen wird gebildet, und zusätzlich wird eine zweite Verbindung vom unteren Magenanteil zum Ileum, dem letzten Dünndarmabschnitt, angelegt. „Bipartition" heißt genau das: Die Nahrung teilt sich auf zwei Wege auf. Ein Teil nimmt weiterhin den natürlichen Weg durch Zwölffingerdarm und gesamten Dünndarm, ein Teil erreicht das Ileum direkt.
Warum es wirkt
Das Ileum reagiert auf den Kontakt mit unverdauter Nahrung mit der Ausschüttung von GLP-1 und PYY. Diese Hormone verstärken die Insulinantwort und melden Sättigung. Beim klassischen Bypass entsteht dieser Effekt dadurch, dass ein Darmabschnitt vollständig umgangen wird; bei der Transit-Bipartition entsteht er, ohne dass ein Abschnitt stillgelegt wird.
Der praktische Unterschied daraus: Zwölffingerdarm und Gallenwege bleiben endoskopisch erreichbar. Wer im Lauf seines Lebens noch eine ERCP oder eine Magenspiegelung brauchen könnte — und das trifft auf viele Menschen mit Gallensteinleiden zu, das nach starker Gewichtsabnahme häufiger wird — behält diese Möglichkeit.
Weil außerdem ein Teil der Nahrung den normalen Weg nimmt, ist die Aufnahme von Nährstoffen weniger stark beeinträchtigt als bei stärker malabsorptiven Verfahren.
Wofür es gedacht ist
- Adipositas und Typ-2-Diabetes, wenn beides behandelt werden soll
- Wenn der endoskopische Zugang zum Zwölffingerdarm erhalten bleiben soll
- Wenn ein Bypass wegen des Mangelrisikos zurückhaltend beurteilt wird
Was dagegen spricht
- Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen und ausgedehnte Voroperationen am Dünndarm
- Typ-1-Diabetes. Das Verfahren setzt eine vorhandene eigene Insulinproduktion voraus.
- Der Wunsch nach einem gut standardisierten Verfahren. Transit-Bipartition wird seltener durchgeführt als Sleeve und Bypass, und die Langzeitdatenlage ist entsprechend dünner. Das ist kein Argument dagegen, aber ein Punkt, den Sie kennen sollten.
Was danach kommt
- Aufenthalt in Istanbul
- in der Regel 6–8 Tage
- Diabetes-Medikation
- wird oft früh angepasst
- Insulin- und Tablettendosis müssen nach der Operation neu eingestellt werden — durch eine Ärztin in Ihrer Nähe
- Substitution
- Vitamine und Spurenelemente, dauerhaft
- Endoskopischer Zugang
- bleibt erhalten
- der praktische Hauptvorteil gegenüber dem Roux-en-Y-Bypass
Wichtig für die Erwartung: Auch dieses Verfahren heilt keinen Diabetes. Es kann die Blutzuckerlage so weit verbessern, dass Medikamente reduziert oder abgesetzt werden — das nennt man Remission, nicht Heilung. Was das im Einzelnen bedeutet, steht auf der Seite Diabetes und Chirurgie.